Server und Hosts
Ohne Server geht heute nichts mehr
Jeder nutzt sie, keiner kennt sie. Die Rede ist von Servern in einem Netzwerk. Oder könnten Sie drei typische Server nennen? Deshalb möchten wir an dieser Stelle kurz die wichtigsten Begriffe, den Aufbau und die möglichen Anwendungsgebiete rund um den Server erklären.
Was ist ein Server?
Letztendlich besteht das gesamte Internet, ein mögliches Intranet oder eben ein Netzwerk verbundener Rechner, aus den vielfältigen Servern (oder Hosts weiter unten) und deren entsprechender Software, die alle ihre speziellen Leistungen zur Verfügung stellen. Manche Geräte beinhalten mehrere Funktionen in einem.
Ein Server (engl. to serve = bedienen) ist ein Programm in einem Gerät, welches auf die Kontaktaufnahme eines Client-Programmes wartet (z.B. Ihr Browser) und nach Kontaktaufnahme mit diesem Nachrichten austauscht. Die Kommunikation erfolgt dabei nach dem so genannten Client-Server-System. Der Nachrichtengeber ist dabei immer der Server und der, der die Daten angefordert hat und haben möchte immer der Client.
Die Regeln, die das Format sowie die Bedeutung der zwischen Server und Client ausgetauschten Nachrichten bestimmen, nennt man Protokoll. Dieses Protokoll dient dazu, ein genaues Ablaufschema einzuhalten und Dienste nur dort zu Verfügung zu stellen, wo sie auch erwünscht sind. Ein Server stellt also wie wir bereits im Kapitel Kommunikation kurz beschrieben haben, Dienste zur Verfügung die ein anderer (der Client) haben möchte.
Typen und Bauformen von Servern
Ein Server läuft entweder permanent (daemon mode) oder wird auf Anfrage eines Clients gestartet, also nur dann wenn er benötigt wird (on demand). Üblicherweise werden die Server im 24h Betrieb verwendet, denn in der Nacht laufen eine Reihe von Wartungsarbeiten und Backups vollautomatisch ab. Um die Ausfallsicherheit und Leistungsfähigkeit zu erhöhen, können mehrere Server als Cluster zusammengeschaltet werden. Diese können sowohl auf einem als auch auf mehreren Hosts verteilt sein. Fällt ein oder fallen mehrere Server aus, so übernehmen die noch vorhandenen Server die Anfrage der Clients.
Als Host (engl. Wirt, Gastgeber) wird in der Informationstechnik ein Computer in einem Netzwerk bezeichnet, auf dem ein oder mehrere Server betrieben werden. Aus diesem Zusammenhang heraus werden Hosts umgangssprachlich häufig als Server bezeichnet. Dabei unterscheidet man zwischen:
- Physischem Host
- Virtuellem Host
Ein physischer Host ist wie der Name schon erahnen lässt, eine reale und hardwarebasierte Maschine, auf der dann die entsprechende Software aufgespielt wird und im Regelfall nur "ein" Server für "eine" Funktion darstellt. Diese Technologie ist die am meisten verbreitete und gängige Form.
Bei den Hosts muss man jedoch noch zwischen einer weiteren Gruppe unterscheiden und zwar für den jeweiligen Kundenverwendungszeck. Dabei unterscheiden wir zwischen:
- Virtueller Host auf Basis von Betriebsystemen
- Virtueller Host auf Basis von Emulation
- Virtueller Host bei Webservern (Apache)
- Dedizierter Host
- Managed Host
Die drei erst genannten, die Virtuellen Hosts, werden aufgrund der Kosten, Stromgebühren und vielen weiteren Fakten, zunehmend den Markt dominieren. Mehr zu diesem umfangreichen und interessanten Thema, haben wir bei der Virtualisierung für Sie separat zusammengestellt.
Als dedizierter Host (engl. dedicated host) wird ein Host bezeichnet, der nur für eine Aufgabe abgestellt wird (dedicated service) oder nur einem Kunden zugeordnet ist (dedicated customer). Speziell der letztere Fall, ist die gängige Praxis, wenn Webseiten, also Internetdienstleistungen bei großen Dienstleistern angeboten werden.
In der Webhosting-Branche wird der Begriff des Dedizierten Servers häufig für Miet-Host-Angebote benutzt. Dabei vermietet der Provider einen Virtuellen Host (siehe oben) oder einen kompletten Physischen Host (siehe oben) inklusive Stellplatz, Klimatisierung und Energieversorgung. Einige Anbieter bezeichnen Dedizierte Hosts, auf denen der Kunde Root-Rechte besitzt, irreführend als Root-Server (vgl. aber dazu root-Server im DNS). Wir selbst betreiben einige Root-Server, die Dienste wie Webserver, Mailserver, Fileserver aber auch Dienste für Backupfunktionen permanent ausführen.
Ein Rootserver als dedizierter Server ist daher nicht das gleiche wie ein Rootserver als DNS-Server.
Es gibt grundsätzlich Serverbauformen, die einmal ähnlich wie ein normaler Desktop-Tower aufgebaut sind und senkrecht stehend Ihre Arbeit verrichten und zum anderen die liegenden 19 Zoll breiten modularen Server, die in Racks eingebaut werden. Diese professionellen Geräte sehen Sie in den oben abgebildeten Grafiken. Dies ist der Standard, wenn es um Zuverlässigkeit und Qualität sowie Verfügbarkeit geht (High Avaliability = Hochverfügbarkeit), jedoch sind die ersten Anschaffungskosten eines Racksystems teuer.
Innerer Aufbau
Server sind oft Hochleistungs-Rechner, die neben mehreren Netzteilen zur redundanten Stromversorgung, hochwertige Kühlung beinhalten, oftmals mehrere CPU's haben, bei
denen erstklassige Komponenten verarbeitet sind, die mehrere zum RAID geschalteten Festplatten eingebaut haben, die zur Montage in so genannten Racks stapelbar sind und bei denen einfach alles etwas größer, schneller und besser ist. Dies alles ist notwendig, da ja viele User auf dieses Programm, auf diese Dienste und somit auf diesen Server zugreifen wollen, und das meist gleichzeitig.
Diese High-End-Performance kommt nicht von ungefähr. Dazu ist wie Sie sich vorstellen können, eine Menge notwendig. Daher bieten wir auch unsere Bausteine an und unser modulares Konzept bildet das Fundament solcher Power-Rechner.
Nur wenn die Stromversorgung, die elektrische Verkabelung der Netze und die Sicherheit der Daten gewährleistet ist, kann die geforderte Leistung auch erbracht werden. Jedes Teil dieser Kette, ist nur so stark wie das schwächste Glied!
Es könnte die Frage aufkommen, ob denn jeder PC im Netz, automatisch ein Server ist, wenn er denn daran angeschlossen ist. Die Antwort lautet: Nein! Die Dienste oder jeweiligen Protokolle und Ports, müssen aktiviert werden und der Server besitzt im Allgemeinen auch eine etwas andere Art von Software.
Nutzen und Anwendungsgebiete eines Servers
Überall dort, wo Daten anderen zur Verfügung gestellt werden sollen, benötigt man einen Server. Die Daten können dabei in den unterschiedlichsten Formen und Formaten vorliegen. Wir von macontec verwenden wegen der großen Anzahl der verschiedenen unterschiedlichen Funktionen die ein Server haben kann, vier Nutztypen und nennen hier die wichtigsten Anwendungsgebiete. Auf solch einem Server, können unterschiedliche Dienste angeboten werden bei denen Ihre Daten sicher und stabil gespeichert werden können.
- Routingserver (RS)
- Fileserver (FS)
- Kommunikationsserver (KS)
- Webserver (WS)
Die vier Nutztypen haben selbstverständlich weitere Funktionen, die unmittelbar damit zusammenhängen und auf einer Maschine sinnvoll gruppiert wurden. Eine ausführlichere Beratung von Servern erfolgt mit Ihnen zusammen Vor-Ort, da erst eine Reihe weiterer wichtiger Aspekte ein gesamtes Projekt letztendlich zum Erfolg bringen kann.